Kulturdialog durch Hula




Das Erlernen einer neuen Sprache erschüttert uns, es wirft uns aus dem Konzept, es stellt unsere Gewohnheiten und unser Selbstverständnis in Frage, es verunsichert uns – es erinnert uns an unsere Verletzlichkeit… mehr noch das Erlernen einer neuen Körpersprache und das allmähliche Entziffern unbekannter, oft non-verbaler, kultureller Codes für die es keine Handbücher und keine Kurzgrammatiken gibt.

 

Es macht aber auch erfinderisch. Vor allem aber ist es eine Schule der Rücksichtnahme, des Respekts, der Demut, der Geduld, des Mitgefühls, des Humors. Und es ist ewige Quelle der Neugier, Sehnsucht, Phantasie und Kreativität. Wer sich darauf einlässt, betritt einen inter-kulturellen Kommunikationsraum, der keinen Stein auf dem anderen lässt.

In diesem Raum lernen wir unsere unterschiedlichen Geschichten kennen und die historischen Kräfte, die diese Geschichten miteinander verbinden. Wir brechen auf in die Ferne und entdecken, dass wir zu uns Selbst zurückgekehrt sind. Und anders herum. Auf dem Weg lernen wir, dem ganzen Spektrum unserer Individualität in der Gruppe Ausdruck zu verleihen und vorwärts zu gehen. Dies ist der Moment, in dem die Geschichte sich in den Blicken der Tänzer und in den Augen der Zuschauer verliert – und aufhört Geschichte zu sein. 

 

... Nein, kein Militärregiment. Eher ein Schwarm Fische oder eine Gruppe Zugvögel in Formation – um die Auftriebskräfte der Luft optimal zu nutzen… Dies ist unsere Erfahrung aus 20 Jahren Kulturvermittlung durch Hula.

 

Halau* Ne’e Mai Na Iwa Me Hi’iaka**


* hier kurz für: halau hula = Hulaschule/hawaiianisches Tanzensemble; wörtlich: temporär und zu einem spezifischen Zweck (hier: Studium und Weitergabe des Hula) errichtetes Gebäude

** Name unseres Halaus, in etwa: "Im Gleitflug nähern sich, gleiten voran die Fregattvögel mit Hi’iaka" (der jüngsten Schwester der Feuergöttin Pele, der Einzigen, die bereit war für Pele zu tanzen)